diumenge, 6 de setembre de 2009

Dein dunkles Blut

An den jungen Bruder

"Du, gestern Knabe, dem die Wirrnis kam:
Dass sich dein Blut in Blindheit nicht vergeude.
Du meinst nicht den Genuss, du meinst die Freude;
du bist gebildet als ein Bräutigam,
und deine Braut soll werden: deine Scham.

Die große Lust hat auch nach dir Verlangen,
und alle Arme sind auf einmal nackt.
Auf frommen Bildern sind die bleichen Wangen
von fremden Feuern überflackt; und deine Sinne sind wie viele Schlangen,
die, von des Tones Rot umfangen,
sich spannen in der Tamburine Takt.

Und plötzlich bist du ganz allein gelassen
mit deinen Händen, die dich hassen-
und wenn dein Wille nicht ein Wunder tut:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Aber da gehen wie durch dunkle Gassen
von Gott Gerüchte durch dein dunkles Blut."

Rainer Maria Rilke, Das Buch vom mönschischen Leben.


(Translation from the bilingual edition book of Das Stunden Buch: The Book of Hours. Prayers to a Lowly God.

To the young monk. You stand perplexed, a barely grown boy/ Watch that your passion not be frittered away./ You know not to seek out pleasure, but joy;/ for the high office of groom you've been named,/ and your future bride is shame./ The great desire pulls you in,/ an arms appear all bare in flash./ On pious paintings even cheeks once pale/ turn crimson red with strange appeal;/ desire twist like snakes in the sun,/ reflecting its red in various shades,/ and is taut to the beat of the drum./ And suddenly you are left alone as a man/ with your two hands that hate you now so-/ given your will wrought a miracle then:/ And there come rushing from dark corridors/ through your veins the rumors of God."

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