dissabte, 21 de febrer de 2009

Wurst und Sterne

"Es tat gut, all das zum ersten Mal auszusprechen. Schon kamen die Worte schneller, die Sätze bildeten sich von selbst. Dies sei kein Gedankenspiel! Er behaupte etwa... Er ging auf den Fenster zu, aber ein erschrockenes Quieken des Männchens liess ihn stehenbleiben. Er behaupte etwa, dass ein Dreieck von genügender Grösse, aufgespannt zwischen drei Sternen dort draussen, bei genauer Messung eine andere Winkelsumme habe als die erwarteten hundertachtzig Grad, sich also als sphärischer Körper erweisen werde. Als er gestikulierend aufsah, bemerkte er die Spinweben an der Ecke, mehrere Schichten davon, filzen ineinandergewoben. Eines Tages würden solche Messungen durchführbar sein! Doch sei das noch lange hin, einstweilen benötige er die Meinung der einziegen, der ihn nicht für verrückt halten könne, der ihn verstehen müsse. Die Meinung des Mannes, welcher die Welt mehr über Raum und Zeit gelehrt habe als irgendein anderer. Er ging in die Hocke, so dass sein Gesicht auf gleicher Höhe mit dem des Männchens war. Er wartete. Die kleinen Augen richteten sich auf ihn.
Wurst, sagte [Immanuel] Kant.

Bitte?

Der Lampe soll Wurst kaufen, sagte Kant. Wurst und Sterne. Soll er auch kaufen.


Ganz hat mich die Zivilität nicht verlassen. sagte Kant. Meine Herren! Ein Tropfel Speichel rann über sein Kinn.

Der gnädige Herr sei müde, sagte der Diener.

Gauss nickte. Der Diener berührte mit dem Handdrüken Kants Wange. Das Männchen lachelte schwach. Sie gingen hinaus, der Diener verabschiedete sich mit einer wortlosen Verbeugung. Gauss hätte ihm gern etwas Geld gegeben, aber er hatte selbst nichts mehr. Von weitem hörte er den Gesang dunkler Männerstimmen. Der Gefängnischor, sagte der Diener. Der habe der gnädigen Herrn immer sehr gestört."


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